Titelbild Atemschutzunfaelle.eu

"Selbstständiges Schließen" von Flaschenventilen

Immer wieder kommt es vor dass sich Atemschutzgeräteträger das Flaschenventil selbst zudrehen. Dieses Phänomen trat bereits mehrfach bei Übungen und Einsätzen vor. Bei bestimmten Bewegungsabläufen (auch unter CSA) kann sich das Ventil zudrehen. Abhilfe kann das vollständige Öffnen der Flaschenventile, die Beschaffung von Flaschenventilen mit "Kindersicherung" und abgewinkelte Ventile bieten. Auf dem Bild sehen Sie Flaschen der Fa. Interspiro, welche u. a. in Schweden sehr weit verbreitet sind.

Die DMT Fachstelle Atemschutz veröffentlichte bereits 2002 das Infoblatt "Selbstständiges Schließen" von Flaschenventilen.

Das "selbstständige" Schließen von Flaschenventilen scheint häufiger vorzukommen als man denkt. Nach der Veröffentlichung begann im Feuerwehr-Forum eine rege Diskussion. Mehrere Feuerwehrmänner berichteten von ihren Erfahrungen mit dem Problem.

Im Folgenden finden Sie eine kleine Auflistung bekannt gewordener Zwischenfälle mit selbstschließenden Flaschenventilen.

Vorfall 1: 17. Juli 2002

Osnabrück (NI). Während einer Übung in der Rauchdurchzündungsanlage bekam ein Feuerwehrmann Luftnot. Er flüchtete aus der Anlage und riss sich die Maske vom Kopf. Das Flaschenventil hatte sich während dem Durchgang (Seitenkriechgang, Rauchgaskühlung...) "selbst" geschlossen.

Quelle: Björn Lüssenheide (Augenzeuge)

Anmerkung von dem betroffenen Feuerwehrmann: Die Flasche vom PA war bestimmt ganz geöffnet. Ich habe mich bei diesem Durchgang mind. sieben mal auf den Rücken gelegt. Bei sieben bis acht solcher Bewegungen kann das Ventil geschlossen werden. (Habe es noch einmal getestet).

Vorfall 2: 10. September 2003

Koblenz (RLP). Während eines Wohnungsbrandes mit einem Brandtoten und mehreren Menschenleben in Gefahr kam es zu einem unbeabsichtigten Schließen eines Flaschenventiles. Der betroffene Kollege drehte sich das Ventil beim heraustragen der Leiche an der Wand des Treppenhauses zu. Ein solcher Vorfall war in Koblenz bis dato noch nicht bekannt geworden.

Bei dem gleichen Einsatz erlitt der 1. Angriffstrupp leichte Verbrennungen im Gesicht.

Quelle: Feuerwehr Koblenz