Kopf- und Augenschutz
Kopfschutz
Helme
Die zurückgezogene DIN 14940 (Ausgabe 1985) für den Alu-Helm ist seit geraumer Zeit von der EN 443 abgelöst worden. Bei Neuanschaffungen ist die EN 443 einzuhalten.
Altbestände der DIN-Helme dürfen jedoch auch weiterhin getragen werden. Allerdings müssen einige Punkte beachtet werden:
- DIN-Helme mit Lederpolster dürfen seit 1968 in der Feuerwehr nicht mehr getragen werden

- DIN-Helme mit Kunststoffeinsätzen dürfen nicht bei der unmittelbaren Brandbekämpfung getragen werden. Helme nach EN 443 aus Textil-Phenol-Kunstharz ebenfalls nicht (vgl. Helmprobleme)

- DIN-Helme mit Gewebetragband können im Innenangriff getragen werden, es sind jedoch folgende Punkte zu beachten:
- Hohe Wärmeleitfähigkeit (Metall)
- Elektrische Leitfähigkeit (Metall)
- Schlechtere Stoßdämpfungseigenschaften (EN 443 < 15KN, DIN-Helm > 25KN!)
- Schlechtere Durchdringungsfestigkeit
- Kein Schutz vor herabtropfendem, flüssigem Metall, da sie durch ihre Wärmeleitfähigkeit sofort die Temperatur der Metallschmelze annehmen und selbst durchschmelzen.
- Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch das Info-Blatt "Feuerwehrhelme" welches im August 2002 von der Feuerwehrunfallkasse Niedersachsen veröffentlicht wurde -> Download.
Nackenschutz
Der vorgeschriebene Nackenschutz, sollte durch Helmtücher (sog. Hollandtuch, Aachener Tuch, Schalkragen, Nacken- u. Gesichtsschutz...) erfüllt werden. Solche Tücher sollten mit Feuerschutzhauben kombiniert werden. Auf diese Weise wird die Grauzone zwischen Maske und Tuch bedeckt. Unter Unfälle in Deutschland finden Sie entsprechende Vorfälle die für die Kombination Tuch-Haube sprechen. Die Kombination Hollandtuch-Haube hätte sicherlich die ein oder andere Verbrennung verhindern oder zumindest vermindern können. Das Hollandtuch ist übrigens ein Ersatz für das Nackenleder, eine Kombination von Nackenleder und Helmtuch ist also nicht im Sinne des Erfinders.
Feuerschutzhaube
Eine Feuerschutzhaube sorgt zudem für eine Isolierung zwischen Helm und Schädel, insbesondere bei den Alu-Helmen ist diese Isolierung notwendig.
Für
jeden Atemschutzgeräteträger bzw. für jede Maske sollte eine Haube
(plus Reservepool) vorgehalten werden. Beim Kauf ist darauf zu achten,
dass die Hauben einen flexiblen Gesichtsausschnitt und einen "weiten
Hals" bzw. Latz bieten (siehe Bild). Gute Anhaltspunkte bietet eine Testreihe der Fw Düsseldorf . Mittlerweile sind Feuerschutzhauben mit Einführung der DIN EN 13911 auch in Europa genormt.
Nicht zu vergessen ist der Jackenkragen. Jede Überjacke verfügt über einen Kragen der hochgeschlagen und mit einem
Klettverschluss geschlossen werden muss. Nicht immer wird der
Verschluss von Kragen, Haube und Tuch sorgfältig genug ausgeführt.
Bereits auf der Anfahrt (Atemschutzgerät im Mannschaftsraum) sollte der
gegenübersitzende FA den richtigen Sitz der Schutzkleidung überprüfen.
Dazu gehört auch die Hilfestellung beim Ausrüsten mit Funk, Lampe etc..
Diese Sorgfalt muss auch bei Einsatzübungen trainiert werden, um im
Einsatz zu funktionieren. Bei jeder Feuermeldung (Brandmeldeanlage,
PKW-Brand, Verdächtiger Rauch...) sollte der komplette Schutz angelegt
werden, so ist der bestmögliche Schutz geboten und eine gewisse Routine
durch Standardprozeduren kann sich einspielen.

Bildquelle: Domke, Jürgen. Universelle Feuerschutzkleidung für die öffentlichen Feuerwehren. Hintergründe, Entwicklungen, Leistungsmerkmale im Überblick, BRANDSchutz/Deutsche Feuerwehr-Zeitung 2/1998, Seiten 133 bis 159.
Augenschutz
Im unmittelbaren Brandstellenbereich wird dem Augenschutz mit
dem getragenen Atemanschluss ausreichend Rechnung getragen. Ein Visier
ist nicht nötig, sondern eher hinderlich. In der Heißausbildung (siehe
rechtes Bild) und bei Einsätzen mit hohen Temperaturen (Tiefgarage,
Keller...) schmolzen schon mehrfach Visiere.
Es gibt bereits Feuerwehren die ihre Visiere/Brillen grundsätzlich im Fahrzeug vorhalten. Auf einer Anfahrt zu einer techn. Hilfeleistung hat jeder ausreichend Zeit seinen Augenschutz (Visier, Brille...) vorzubereiten.
Sicherlich interessant sind die bereits erwähnten Schutzbrillen nach
EN 166 die auch in Deutschland immer mehr Einzug halten (siehe rechtes
Bild).
Für Arbeiten mit der Kettensäge empfiehlt sich auch weiterhin der Einsatz von Forstarbeiterhelmen (Gesichtsschutz, Gehörschutz).